Adam Fawer – Gnosis

Adam Fawer GnosisEine eindeutige Empfehlung im Bereich Science-Fiction ist der Roman “Gnosis” von Adam Fawer. Zunächst kommt der Roman daher wie irgendein Science-Fiction mit Krimi-Elementen, offenbart sich aber im nachhinein als höchst intelligenter Stoff.
Es geht um eine Gruppe “Empatiker”, also Leute, die die Gefühle anderer Menschen spüren können. Einer dieser Menschen wurde von einer Institution dazu engagiert, junge Leute mit diesen Fähigkeiten aufzuspüren und für in ein Forschungslabor zu bringen. Hier werden die Fähigkeiten ausgebildet und verstärkt. Den Empatikern ist es möglich, auch die Gefühle zu beeinflussen, und so das Handeln anderer Menschen zu manipulieren. Das gipfelt schließlich in einem Massenchaos auf dem Times Square in der Silvesternacht.
Eingestreut sind Abhandlungen über verschiedene Philosophen und deren Theorien zum menschlichen Geist, über den Physiker Tesla, die Art und Weise wie das Gehirn arbeitet und über Synästhesie. Dies wird dann auch noch in einer Form vermittelt, dass man auch als Laie echt etwas versteht. Also ein echtes Mehr-Lern-Buch – absolut eine Leseempfehlung!

Andreas Eschbach – Ausgebrannt

Man ahnt es schon: Andreas Eschbach ist einer meiner Lieblingsautoren! Ich mag es sehr, wenn ein Buch auch zum Nachdenken anregt. Bisher hat Eschbach dies mit seinen Romanen immer geschafft, und auch “Ausgebrannt” macht da keine Ausnahme. Die immer höheren Benzinpreise führen uns ja fast täglich vor, wie abhängig wir vom Öl sind. Dass dies aber nur ein Aspekt ist und wie weitreichend diese Abhängigkeit ist, kann uns erst eine Geschichte zeigen, die das Schicksal einzelner Personen näher beleuchtet. In “Ausgebrannt” gelingt das meiner Meinung nach sehr gut, auch wenn es hier und da einige Längen gibt.
Andreas Eschbach schafft es immer wieder, aktuelle Themen so aufzuarbeiten, daß man das Gefühl bekommt, einen spannenden Film zu sehen. Ich bin ja der Meinung, daß der Autor sich sehr gut auch als Drehbuchautor für Fernsehserien eignen würde – Pro7, das “Jesusvideo” war doch ein voller Erfolg! Macht mal weiter mit “Eine Billion Dollar” oder “Ausgebrannt”!

Frank Goosen – So viel Zeit

Ein cooler Musikroman. Auch wenn vielerorts bemängelt wird, dass die beschriebene Musik nicht so ganz zu der Altersklasse passt, die beschrieben wird. Ich denke aber, das geht schon ganz in Ordnung.
Schön ist natürlich die Geschichte, die ziemlich maskulin geschrieben das Lebensgefühl der über 40jährigen (zu denen ich mich nur am Rande zähle) transportiert.
Naja, zur Geschichte kann man ja überall etwas lesen – in Kurz: ein paar Typen in der Midlife-Krise beschliessen, eine Band zu gründen und ihr langweiliges Leben aufzumischen. Das beste dabei: sie haben Erfolg damit. Ich mag dieses Buch, weil es zeigt, dass “Mann” auch in fortgeschrittenem Alter noch einiges beginnen kann und auch der Spaß noch nicht vorbei sein muss – das macht Hoffnung!

Thomas Lehr – 42

WAS FÜR EIN BUCH!!!!! Ich weiss immer noch nicht, ob ich schier begeistert oder total erschüttert sein soll. Ich glaube, ich habe noch nie einen derart genialen Umgang mit Sprache erlebt. Anfangs ist man genau wie die Akteure total verwirrt und quält sich durch die Seiten, bis man schon fast aufgibt. Dann, nach und nach und beinahe unmerklich, ergeben die Sätze mehr und mehr einen Sinn und die Geschichte nimmt an Fahrt auf bis es zum Ende kommt.
Zur Geschichte: eine Gruppe Menschen wird nach dem Besuch des Fusionsreaktors in der Schweiz in einem “Zeitloch” gefangen. Alles um sie herum ist in dem Zustand einer Sekunde eingefroren, nur die Zeitgefangenen können sich frei bewegen. Was diese Menschen in dieser Zeit erleben und mit den anderen Menschen so anstellen ist krass, spannend, erschütternd, … gut.