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Krimis von Jörg Juretzka

Das ist natürlich schon kein neuer Tipp mehr, aber da die Autoren jenseits des Mainstreams immer etwas schlecht repräsentiert werden meine Empfehlung: „Kryszinski“-Krimis von Jörg Juretzka.

Die Hauptperson der Reihe ist der Privatdetektiv Kristof Kryszinski. „Krüschel“, wie er auch genannt wird, entspricht dabei so gar nicht dem Klischee vieler anderer Detektivgeschichten. Als abgehalfterter Ex-Junkie aus dem Rockermillieu stolpert er meist in ziemlich heikle Fälle. Mit seinem nahezu schrottreifem Toyota rast er dabei in irrwitziger und keineswegs gesetzeskonformer Geschwindigkeit durch den Ruhrpott und deckt sozusagen nebenbei seine Fälle auf. Oft genug geht es dabei so rasant zu, dass weder der Protagonist noch der Leser eine kurze Pause bekommt.

Jörg Juretzka schafft es, seine wilden Geschichten trotz aller Brutalität und Spannung sehr „wirklich“ zu gestalten. Man hat das Gefühl, die Personen zu kennen. Auch die Fälle behandeln nicht nur klassischen Krimistoff wie Mord oder Erpressung. Es geht zum Beispiel um Kinderhandel („Rotzig und Rotzig“), um einen Coup auf einem Kreuzfahrtschiff („Equinox“) oder um Menschenhandel mit Flüchtlingen aus Afrika („Alles total groovy hier“). Das sind dann auch die Elemente, die mich an der Reihe am meisten fesseln: denkt man zunächst, die abgehalfterten Protagonisten sind Looser, die vom Leben und der Moral nichts mehr erwarten sieht man dann die etablierten, nach aussen hin seriös und „anständig“ wirkenden Geschäftsleute ohne Geldsorgen, die dann häufig den Dreck am Stecken haben und auf moralische Grundsätze pfeifen. Die rasende Geschwindigkeit in den Stories stellt dabei das meiste in den Schatten, was ich sonst so kenne. Echt cool!

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Kultfilm »Treffer« neu entdeckt

Ich war etwa 16 oder 17, da sah ich ihn zum ersten Mal: „Treffer“, den Film von Dominik Graf über drei motorradbegeisterte Freunde. Geiler Film, dachte ich damals und behielt ihn immer im Gedächtnis. Wie es halt damals so war habe ich den Streifen, ich glaube er lief im Dritten Programm, nur auf einem echt winzigen Schwarz-weiss Fernseher gesehen und hoffte immer auf eine Wiederholung – die leider dann nie kam.

Ich wollte also diesen Film schon immer einmal wiedersehen und habe ihn mir nun auf DVD geholt. Und, was soll ich sagen – er ist immer noch klasse! Viele ältere Filme wirken heute ja nicht mehr so gut, der Schnitt und die Qualität entsprechen oft nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten und damit verändert sich oft das Gefühl beim Schauen alter Filme. Bei „Treffer“ ging es mir auch nach all den Jahren nicht so. Der Film ist toll geschnitten, die Qualität auf der DVD gut. Die Charaktere sind einfach klasse dargestellt und die Geschichte ist immer noch super. Einzig die Prügelszenen wirken dann doch fast schon komisch, schmälern aber den Gesamteindruck nicht wirklich. Klare Empfehlung von mir!

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Adam Fawer – Gnosis

Adam Fawer GnosisEine eindeutige Empfehlung im Bereich Science-Fiction ist der Roman „Gnosis“ von Adam Fawer. Zunächst kommt der Roman daher wie irgendein Science-Fiction mit Krimi-Elementen, offenbart sich aber im nachhinein als höchst intelligenter Stoff.
Es geht um eine Gruppe „Empatiker“, also Leute, die die Gefühle anderer Menschen spüren können. Einer dieser Menschen wurde von einer Institution dazu engagiert, junge Leute mit diesen Fähigkeiten aufzuspüren und für in ein Forschungslabor zu bringen. Hier werden die Fähigkeiten ausgebildet und verstärkt. Den Empatikern ist es möglich, auch die Gefühle zu beeinflussen, und so das Handeln anderer Menschen zu manipulieren. Das gipfelt schließlich in einem Massenchaos auf dem Times Square in der Silvesternacht.
Eingestreut sind Abhandlungen über verschiedene Philosophen und deren Theorien zum menschlichen Geist, über den Physiker Tesla, die Art und Weise wie das Gehirn arbeitet und über Synästhesie. Dies wird dann auch noch in einer Form vermittelt, dass man auch als Laie echt etwas versteht. Also ein echtes Mehr-Lern-Buch – absolut eine Leseempfehlung!

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Erwähnung in „Screen- und Interfacedesign“

Screen und InterfacedesignIn dem Buch „Screen- und Interfacedesign. Gestaltung und Usability für Hard- und Software“ von Torsten Stapelkamp wird eine meiner Arbeiten, die „konstruktionsorgel“, auf mehreren Seiten erwähnt. Abgesehen davon bietet dieses Buch einen wirklich umfassenden Einblick in die Zusammenhänge, die die Gestaltung von Nutzeroberflächen beeinflussen. Angefangen von Kontrasten über Leserichtungen, Symbolik und so weiter zeigt Herr Stapelkamp eine unglaubliche Menge an aktuellen und „historischen“ Beispielen und ergänzt diese mit klug gestalteten Infografiken.
Ein kleiner Fehler bezüglich meiner Arbeit darf aber nicht unerwähnt bleiben: die „konstruktionsorgel“ wurde entgegen der Behauptungen in diesem Buch nicht von Laszlo Moholy-Nagy erbaut oder erdacht! Lediglich die Grundidee der Weitergabe von Kunst über Medien wurde von Moholy-Nagy in einem Aufsatz aus dem Jahr 1936 erwähnt. Um das konstruktivistische Gestaltungsprogramm von Guido Raschke und mir interessanter zu machen, verpackten wir dies mit einem Fake.
Das Buch möchte ich aber trotzdem allen Lesern empfehlen.


Tom Liehr – Radio Nights

Ein Buch, was mich gerührt hat. Die Geschichte vom ziemlich eigensinnigen Radioverrückten Donald geht ans Herz. Erzählt wird das Ganze mit einer derart einfachen und ungestellten Sprache, dass ich meinte, der Autor sitzt neben mir und erzählt die Story nur für mich (oder dich). Die Einstiegsgeschichte vom verstörten Kind, welches das Radio als einzige Quelle wirklicher Emotionen erlebt, erinnert mich an meine Jugend (ich bin 1967 geboren). Damals gab es auch für mich am Radio noch etwas zu entdecken, unbekannte Musik zu erleben und echte Menschen zu hören (ich habe aber im Gegensatz zu dem Protagonisten auch noch an etwas anderes gedacht). Leider scheint es das heute kaum noch zu geben – vielleicht höre ich aber auch nur zu falschen Zeiten. Auch, dass die Story in Berlin spielt, weckt Erinnerungen, da ich mich in meiner WG-Zeit (1987) öfter dort herumgetrieben habe. Da ich durch eine Freundin auch den Aufbau eines Lokalradios ziemlich nah miterlebt habe, kamen auch da wieder Assoziationen auf. Das Happy-End ist zwar etwas zu schwülstig, aber der Rest einfach toll.

Tom Liehr – Radio Nights

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Andreas Eschbach – Ausgebrannt

Man ahnt es schon: Andreas Eschbach ist einer meiner Lieblingsautoren! Ich mag es sehr, wenn ein Buch auch zum Nachdenken anregt. Bisher hat Eschbach dies mit seinen Romanen immer geschafft, und auch „Ausgebrannt“ macht da keine Ausnahme. Die immer höheren Benzinpreise führen uns ja fast täglich vor, wie abhängig wir vom Öl sind. Dass dies aber nur ein Aspekt ist und wie weitreichend diese Abhängigkeit ist, kann uns erst eine Geschichte zeigen, die das Schicksal einzelner Personen näher beleuchtet. In „Ausgebrannt“ gelingt das meiner Meinung nach sehr gut, auch wenn es hier und da einige Längen gibt.
Andreas Eschbach schafft es immer wieder, aktuelle Themen so aufzuarbeiten, daß man das Gefühl bekommt, einen spannenden Film zu sehen. Ich bin ja der Meinung, daß der Autor sich sehr gut auch als Drehbuchautor für Fernsehserien eignen würde – Pro7, das „Jesusvideo“ war doch ein voller Erfolg! Macht mal weiter mit „Eine Billion Dollar“ oder „Ausgebrannt“!

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