Adam Fawer – Gnosis

Adam Fawer GnosisEine eindeutige Empfehlung im Bereich Science-Fiction ist der Roman “Gnosis” von Adam Fawer. Zunächst kommt der Roman daher wie irgendein Science-Fiction mit Krimi-Elementen, offenbart sich aber im nachhinein als höchst intelligenter Stoff.
Es geht um eine Gruppe “Empatiker”, also Leute, die die Gefühle anderer Menschen spüren können. Einer dieser Menschen wurde von einer Institution dazu engagiert, junge Leute mit diesen Fähigkeiten aufzuspüren und für in ein Forschungslabor zu bringen. Hier werden die Fähigkeiten ausgebildet und verstärkt. Den Empatikern ist es möglich, auch die Gefühle zu beeinflussen, und so das Handeln anderer Menschen zu manipulieren. Das gipfelt schließlich in einem Massenchaos auf dem Times Square in der Silvesternacht.
Eingestreut sind Abhandlungen über verschiedene Philosophen und deren Theorien zum menschlichen Geist, über den Physiker Tesla, die Art und Weise wie das Gehirn arbeitet und über Synästhesie. Dies wird dann auch noch in einer Form vermittelt, dass man auch als Laie echt etwas versteht. Also ein echtes Mehr-Lern-Buch – absolut eine Leseempfehlung!

Erwähnung in “Screen- und Interfacedesign”

Screen und InterfacedesignIn dem Buch “Screen- und Interfacedesign. Gestaltung und Usability für Hard- und Software” von Torsten Stapelkamp wird eine meiner Arbeiten, die “konstruktionsorgel”, auf mehreren Seiten erwähnt. Abgesehen davon bietet dieses Buch einen wirklich umfassenden Einblick in die Zusammenhänge, die die Gestaltung von Nutzeroberflächen beeinflussen. Angefangen von Kontrasten über Leserichtungen, Symbolik und so weiter zeigt Herr Stapelkamp eine unglaubliche Menge an aktuellen und “historischen” Beispielen und ergänzt diese mit klug gestalteten Infografiken.
Ein kleiner Fehler bezüglich meiner Arbeit darf aber nicht unerwähnt bleiben: die “konstruktionsorgel” wurde entgegen der Behauptungen in diesem Buch nicht von Laszlo Moholy-Nagy erbaut oder erdacht! Lediglich die Grundidee der Weitergabe von Kunst über Medien wurde von Moholy-Nagy in einem Aufsatz aus dem Jahr 1936 erwähnt. Um das konstruktivistische Gestaltungsprogramm von Guido Raschke und mir interessanter zu machen, verpackten wir dies mit einem Fake.
Das Buch möchte ich aber trotzdem allen Lesern empfehlen.

Tom Liehr – Radio Nights

Ein Buch, was mich gerührt hat. Die Geschichte vom ziemlich eigensinnigen Radioverrückten Donald geht ans Herz. Erzählt wird das Ganze mit einer derart einfachen und ungestellten Sprache, dass ich meinte, der Autor sitzt neben mir und erzählt die Story nur für mich (oder dich). Die Einstiegsgeschichte vom verstörten Kind, welches das Radio als einzige Quelle wirklicher Emotionen erlebt, erinnert mich an meine Jugend (ich bin 1967 geboren). Damals gab es auch für mich am Radio noch etwas zu entdecken, unbekannte Musik zu erleben und echte Menschen zu hören (ich habe aber im Gegensatz zu dem Protagonisten auch noch an etwas anderes gedacht). Leider scheint es das heute kaum noch zu geben – vielleicht höre ich aber auch nur zu falschen Zeiten. Auch, dass die Story in Berlin spielt, weckt Erinnerungen, da ich mich in meiner WG-Zeit (1987) öfter dort herumgetrieben habe. Da ich durch eine Freundin auch den Aufbau eines Lokalradios ziemlich nah miterlebt habe, kamen auch da wieder Assoziationen auf. Das Happy-End ist zwar etwas zu schwülstig, aber der Rest einfach toll.

Tom Liehr – Radio Nights

Andreas Eschbach – Ausgebrannt

Man ahnt es schon: Andreas Eschbach ist einer meiner Lieblingsautoren! Ich mag es sehr, wenn ein Buch auch zum Nachdenken anregt. Bisher hat Eschbach dies mit seinen Romanen immer geschafft, und auch “Ausgebrannt” macht da keine Ausnahme. Die immer höheren Benzinpreise führen uns ja fast täglich vor, wie abhängig wir vom Öl sind. Dass dies aber nur ein Aspekt ist und wie weitreichend diese Abhängigkeit ist, kann uns erst eine Geschichte zeigen, die das Schicksal einzelner Personen näher beleuchtet. In “Ausgebrannt” gelingt das meiner Meinung nach sehr gut, auch wenn es hier und da einige Längen gibt.
Andreas Eschbach schafft es immer wieder, aktuelle Themen so aufzuarbeiten, daß man das Gefühl bekommt, einen spannenden Film zu sehen. Ich bin ja der Meinung, daß der Autor sich sehr gut auch als Drehbuchautor für Fernsehserien eignen würde – Pro7, das “Jesusvideo” war doch ein voller Erfolg! Macht mal weiter mit “Eine Billion Dollar” oder “Ausgebrannt”!

Frank Goosen – So viel Zeit

Ein cooler Musikroman. Auch wenn vielerorts bemängelt wird, dass die beschriebene Musik nicht so ganz zu der Altersklasse passt, die beschrieben wird. Ich denke aber, das geht schon ganz in Ordnung.
Schön ist natürlich die Geschichte, die ziemlich maskulin geschrieben das Lebensgefühl der über 40jährigen (zu denen ich mich nur am Rande zähle) transportiert.
Naja, zur Geschichte kann man ja überall etwas lesen – in Kurz: ein paar Typen in der Midlife-Krise beschliessen, eine Band zu gründen und ihr langweiliges Leben aufzumischen. Das beste dabei: sie haben Erfolg damit. Ich mag dieses Buch, weil es zeigt, dass “Mann” auch in fortgeschrittenem Alter noch einiges beginnen kann und auch der Spaß noch nicht vorbei sein muss – das macht Hoffnung!

Der letzte seiner Art – Andreas Eschbach

Wie geht es einem gescheiterten Experiment der Armee im täglichen Leben? Kann ein mit unglaublichen Fähigkeiten ausgestatteter Cyborg ein normales Leben führen? Diesen Stoff hat man natürlich schon häufiger auch in ähnlichen Zusammenhängen gelesen, Eschbach beschreibt aber die Konflikte des Protagonisten Duane so einfühlsam und beeindruckend, dass man sich wirklich sehr stark mit der Person identifiziert.
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